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Info: Abgabetermin für Förderanträge 2014 (II)

Förderanträge an die Stiftung für das Jahr 2014 (II) sind spätestens bis zum 10. Oktober 2014 an die Geschäftsstelle der Stiftung zu richten.

Info: Abgabetermin für Förderanträge 2014 (I)

Förderanträge an den Stiftungsvorstand für das Jahr 2014 (I) sind spätestens bis zum 15. März 2014 an die Geschäftsstelle der Stiftung zu richten.

Rückblick auf die Barbara-Schadeberg-Vorlesungen 2013

Unter Beteiligung von ca. 100 Hörern fanden am 29. und 30. Oktober die Barbara-Schadeberg-Vorlesungen 2013 mit dem Thema „Evangelisch Profil zeigen im religiösen Wandel unserer Zeit. Impulse für das protestantische Bildungsverständnis“ statt.

Prof. Dr. Gert Pickel unternahm in dem ersten Hauptvortrag am 29.10. eine luzide religionssoziologische Bestandsaufnahme der Situation von Religion und Religiosität im vereinigten Deutschland. Seine erkenntnisleitende Fragestellung lautete „Rückkehr des Religiösen oder voranschreitende Säkularisierung?“ Er thematisierte die Situation in dem von einer „Kultur der Konfessionsmitgliedschaft“ geprägten Westdeutschland und in dem von einer „Kultur der Konfessions- wenn nicht Religionslosigkeit“ geprägten Ostdeutschland sowie die sich in den letzten Jahren verstärkenden Phänomene „Traditionsabbruch“, „Entkirchlichung“, „religiöse Individualisierung“ und „Pluralisierung“. Eindrucksvoll belegte er mit Verweis auf zahlreiche empirische Untersuchungen den sich aufgrund der Transformation der religiösen Landschaft vollziehenden Wandel. Er prognostizierte, dass in Deutschland eine zunehmende Säkularisierung und eine zunehmende religiöse Pluralisierung stattfinden werde. „Dass dabei in Westdeutschland immer noch ein nicht zu unterschätzendes Ausmaß an religiöser Verankerung, im Sinne tradierter Beziehungen zu Religion, vorliegt und in Ostdeutschland Kirchlichkeit ein klares Randphänomen darstellt, tut aber einer gleichläufigen Entwicklung keinen Abbruch. Gerade die Prozesse der Säkularisierung fördern dabei noch eine Zunahme des Diskurses um und über Religion.“ Eine spannende Frage ist die nach einer bottom line religiöser Vitalität: Ist die untere Fallgrenze religiöser Vitalität in Ostdeutschland schon erreicht? Was wird sich darauf folgend entwickeln? Besonders im Gedächtnis geblieben sind das Stichwort „sozialer Bedeutungsverlust“ und der Hinweis auf die sogenannte „Schweigespirale“. Hilfreich war auch die Definition von Religiösität, nach der es um das Verhältnis von religiöser Frage und religiöser Antwort geht.

Im zweiten Hauptvortrag beleuchtete Prof. Dr. Michael Domsgen Möglichkeiten, den Herausforderungen der Konfessionslosigkeit und der kontinuierlichen Abnahme der Konfessionszugehörigkeit zu begegnen. Er ging dabei von zwei Grundentscheidungen aus. 1. Dem Kontext von mehrheitlicher Konfessionslosigkeit kommt eine grundlegende Bedeutung für Religion zu. 2. Religiöse Bildung als Ziel religionspädagogischer Reflexionen und Bemühungen ist nicht nur für Menschen von Bedeutung, die sich selbst als religiös einschätzen oder Angebote religiöser Bildung wie beispielsweise den schulischen Religionsunterricht nutzen. Menschen können auch dann von religiöser Bildung profitieren, wenn sie diese Art der Selbst- und Lebensdeutung für sich selber nicht annehmen wollen. Er ging von fünf Leitgedanken religiösen Lehrens als strukturiertem und umfassenden Angebot an die Lernenden aus: 1. Sensibilisieren und plausibilisieren. 2. Unterschiede zwischen religiösen und nicht-religiösen Deutungsmustern fruchtbar machen. 3. Ergebnisoffen kommunizieren und so Verstehen fördern. 4. Mitteilen und darstellen. 5. Über das gemeinsame Tun Bildungsprozesse anregen. Die große Chance evangelischer Schulen sieht Domsgen darin, Erfahrungs- und Erprobungsräume evangelischer Erziehungs- und Bildungsverantwortung zu sein.

Nach einem heiteren Rundgang auf Luthers Spuren durch das Augustinerkloster am 30.10. entfaltete Prof. Dr. Andrea Schulte eindrücklich die Chancen evangelischer Schulen in religiös indifferenten Kontexten. Sie benannte als günstige Bedingungsfaktoren profilbildender Arbeit evangelischer Schulen in Ostdeutschland die „Unselbstverständlichkeit“ und „Konkurrenzlosigkeit“ christlicher Religion sowie die intellektuelle Offenheit für religiöse Themen. Sodann markierte sie in einem äußerst erhellenden Sieben-Punkte-Programm, wie die christliche „Marke“ in religiös indifferentem Kontext zu profilieren ist: 1. Kirche macht Schule und gestaltet Bildung. 2. Bejahung religiöser Heterogenität. 3. Religiöse Bildung als selbstverständlicher Teil allgemeiner Bildung. 4. Religionssensible Begleitung. 5. Religionsunterricht als Forum einer Didaktik religiöser Kommunikation. 6. Evangelische Bildungstradition erinnern und vergegenwärtigen. 7. Religiöse Sprach- und Dialogfähigkeit der Lehrkräfte an evangelischen Schulen.

OKR´in Dr. Uta Hallwirth gab in ihrem Vortrag einen lebendigen Einblick in die Praxis evangelischer Schulen, indem sie die einzelnen Beiträge zu dem diesjährigen Barbara-Schadeberg-Preis zusammenfassend würdigte und sehr anschaulich vier verschiedene Dimensionen protestantisch geprägten Schullebens in religiös indifferenten Kontexten aufzeigte: 1. Sichtbare Zeichen setzen. 2. Religiöse Bildung stärken. 3. Religiöses Schulleben gestalten. 4. Mit zentralen Projekten ausstrahlen.

Die Barbara-Schadeberg-Vorlesungen 2013 werden von Frau Prof. Dr. Andrea Schulte, Universität Erfurt (Martin-Luther-Institut, Fachgebiet Religionspädagogik) voraussichtlich im Jahr 2014 in der Reihe „Schule in evangelischer Trägerschaft“ (Waxmann-Verlag Münster) mit Ergänzung durch weitere themenspezifische Texte veröffentlicht.

Barbara-Schadeberg-Preis 2013 im Luthersaal des Erfurter Augustinerklosters an 4 Preisträgerschulen verliehen

„Evangelisch Profil zeigen: protestantisch geprägtes Schulleben in religiös indifferenten Kontexten“, so lautete das Thema des diesjährigen Barbara-Schadeberg-Wettbewerbs für allgemeinbildende evangelische Schulen und Internate. Unter den mit viel Engagement gestalteten Beiträgen aus dem Norden und Süden, dem Westen und Osten Deutschlands fiel der Jury eine Entscheidung nicht leicht. Im Rahmen der Barbara-Schadeberg-Vorlesungen in Erfurt wurden am 29.10.2013 in einem Festakt im Augustinerkloster die Preise durch die Stifterin, Frau Barbara Lambrecht-Schadeberg, verliehen.

Gratulation den beiden 2. Preisträgerschulen: Evangelisches Schulzentrum Mühlhausen und Bodelschwingh-Gymnasium Windeck-Herchen

Diesmal gab es zwar keinen ersten Preis, dafür wurden aber jeweils zweimal der 2. und der 3. Preis vergeben.

Freuen konnten sich über einen 3. Preis die Laurentius-Realschule Neuendettelsau der Diakonie Neuendettelsau für ihr Konzept einer am religiösen Profil ausgerichteten Schulentwicklung sowie die Evangelische Sekundarschule „Lebenswege“ Hedersleben in Trägerschaft der Johannes Schulstiftung. Hier überzeugte das Projekt „segensreich Wirken“ als Kristallisationspunkt für die Profilentwicklung.

Die beiden 3. Preisträger aus Neuendettelsau (Bayern) und Hedersleben (Sachsen) mit der Stifterin Barbara Lambrecht-Schadeberg

Die beiden 2. Preise gingen an das Evangelische Schulzentrum Mühlhausen, Gymnasium und Regelschule, in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland und an das Bodelschwingh-Gymnasium Windeck-Herchen in Trägerschaft der Evangelischen Kirche im Rheinland. Mühlhausen überzeugte durch ein auf vier Säulen beruhendes Konzept religiösen Schullebens. Das Gymnasium in Windeck-Herchen überraschte mit seinem „Weinberg-Projekt“, das dem evangelischen Profil im Schulleben wie im Unterricht eine sicht- und erfahrbare Mitte gibt.

Die beiden 2. Preisträger aus Windeck-Herchen (Rheinland) und Mühlhausen (Thüringen) mit der Stifterin Barbara Lambrecht-Schadeberg

Den vier Preisträgern ganz herzliche Gratulation und alle guten Wünsche für ihre weitere Schulentwicklung!

Glückwünsche auch den zehn anderen evangelischen Schulen, die sich beteiligt haben und mit ihren Beiträgen belegen, wie vielfältig und engagiert sie „evangelisch Profil zeigen“!

Herzliche Einladung zu den Barbara-Schadeberg-Vorlesungen 2013 am 29./30.10.2013 im Luthersaal des Augustinerklosters Erfurt

Die Stiftung lädt zu den 6. Barbara-Schadeberg-Vorlesungen ein, die am 29. und 30. Oktober 2013 in Kooperation mit der Universität Erfurt im Luthersaal des Augustinerklosters Erfurt stattfinden werden. Zum Einladungsflyer.

Das Programm befasst sich mit dem religiösen Wandel unserer Zeit und Antworten darauf aus protestantischer Perspektive.

Anmeldungen an die Geschäftsstelle der Stiftung sind ab sofort möglich.

Erinnerung: Abgabetermin für die Bewerbungen um den Barbara-Schadeberg-Preis 2013: 01. August 2013

Die Ausschreibung des Preises finden Sie unter Förderungen/Barbara-Schadeberg-Preis.

Info: Abgabetermin für Förderanträge 2013 (II)

Förderanträge an den Stiftungsvorstand für das Jahr 2013 (II) sind spätestens bis zum 01. Oktober 2013 an die Geschäftsstelle der Stiftung zu richten.

Info: Abgabetermin für Förderanträge 2013 (I)

Förderanträge an den Stiftungsvorstand für das Jahr 2013 (I) sind spätestens bis zum 25. März 2013 an die Geschäftsstelle der Stiftung zu richten.

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